und wieder nach Hause.....

16.04.2017 02:29 von Edith Malzer



…….und wieder nach Hause…..

Koffer packen, aufräumen, Muster einpacken, Papier- und Infomaterial der Partner sortieren –  das sind die letzten Vorbereitungen, bevor es wieder nach Hause geht.

Gestern 14.4.17  war Neujahr, hier in Nepal ein Feiertag. Da es unser letzter Tag war, sind Chitra KC, Hari Dhital G und Prakash Sunawar aber zu New Sadle gekommen, um zum Abschluss mit uns über die gesichteten Muster und noch offene Fragen zu sprechen.

Wenn alles vorbei ist, blickt man mit anderen Augen auf das, was alles passiert ist. Zumindest tue ich es.

Da sind dann die Unannehmlichkeiten, die hier einfach so sind, vergessen. Lärm, üble Gerüche und vieles andere, auf das ich jetzt nicht weiter eingehen möchte.

Nepal ist ein Entwicklungsland, was mir wieder einmal sehr klar geworden ist. Es gibt Forderungen von uns, die einfach nicht erfüllt werden können oder nicht so schnell erfüllt werden können.

Es gibt, trotz gutem Englisch, Verständnisschwierigkeiten, weil wir unterschiedlich denken.

Ich bin in Nepal wieder auf dem Boden der Tatsachen angekommen und nehme diese Erkenntnis mit nach Deutschland. Wir begeben uns auf die Gratwanderung, moderne und qualitativ hochwertige Produkte zu erwarten und dem, was zur Zeit eben überhaupt erreicht werden kann. Jeder tut und versucht in seinen Augen und mit seinen Vorstellungen sicher das Beste.

Ich möchte Ihnen noch ein paar Informationen über das Leben hier im allgemeinen geben, und dass sich doch einiges zum Besseren ändert.

In Kathmandu werden zur Zeit für eine verbesserte Wasserversorgung die Rohre verlegt. Das Wasser soll dem Fluß Melamchi River im Sindhupalchowk District entnommen und nach Kathmandu geleitet werden. Das bedeutet, die Wassertanks auf den Häusern werden weniger notwendig sein und vor allem der Transport des Wassers durch die Tankwagen entfällt. Das bedeutet aber auch einen verbesserten Wasserzugang für die ärmeren Schichten in Kathmandu. Anstatt aber eine Straße nach der anderen aufzureißen, Rohre zu verlegen und wieder zu asphaltieren, wird alles aufgemacht und alles zum Schluss asphaltiert. Der Verkehr geht weiter und die Autos und LKWs fahren durch riesige Löcher und über Buckel. Die Fußgänger suchen sich zwischen Autos, LKWs und Baggern ihren Weg. Es ist unglaublich, ich bin selbst haarscharf neben einer Baggerschaufel hergelaufen. Es ist hier normal, dass so zu machen und um an mein Ziel zu kommen und um mit Prakash Schritt zu halten zu können, blieb auch mir nichts anderes übrig.

Gestern war Neujahr – und die Regierung hat ab diesem Tag ein Gesetz erlassen, dass nicht mehr gehupt werden darf. Zur Erklärung: Es wird vor allem beim Überholen gehupt, aber auch bei vielen anderen Gelegenheiten und oft völlig unnötig. Das ist bzw. war ein Kommunikationsweg auf der Straße. Als die Nachricht im Autoradio verkündet wurde, haben Chitra und Ishor ziemlich laut gelacht und mir erklärt, um was es geht. Da habe ich auch gelacht, aber es ist erstaunlich, es wirkt tatsächlich. Ich hätte es nicht für möglich gehalten, aber es ist wesentlich ruhiger geworden. Mal sehen, wie lange es hält – aber warum nicht für immer. Wir werden es sicher bei unserer nächsten Reise erfahren, bzw. von anderen Reisenden hören.

Und da ist noch was. Die Tuktuks, die kleinen Zweitakterbusse zur Beförderung der Bevölkerung, sind schon fast alle mit einem Elektromotor ausgestattet.

Tuktuks Bus

Also, unterm Strich – es hat sich doch so manches weiter entwickelt. Wir freuen uns und haben die Hoffnung, dass es so bleibt und den Wunsch, dass es sich weiterhin verbessert.

 

Edith Malzer



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